Sachsen im Silberrausch
Im Erzgebirge lebt eine Tradition wieder auf. In alte und neue Bergbaugruben werden Millionen Euro investiert. Hohe Rohstoffpreise versprechen gute Geschäfte. 2013 könnte das erste Silbererz ans Tageslicht geholt werden.
Im Erzgebirge lebt eine Tradition wieder auf. In alte und neue Bergbaugruben werden Millionen Euro investiert. Hohe Rohstoffpreise versprechen gute Geschäfte. 2013 könnte das erste Silbererz ans Tageslicht geholt werden.
Und im Gegensatz zu fast allen anderen Dingen auf der Welt, die sich zigtausendfach vermehrt haben, blieb die Menge an Gold überschaubar: Die Gesamtmenge des jemals geförderten Goldes passt in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 20 Metern. Für jeden Erdenbewohner sind das 25 Gramm. Mehr nicht. Deshalb hat Gold seinen Wert konstant gehalten: Im alten Rom bekam man für eine Unze Gold eine Tunika, im Kaiserreich einen Anzug, heute einen Maßanzug. So war es in vielen schlimmen Wirtschaftskrisen die harte Währung, zu der die Menschen griffen.
Viele Anleger sehen nun im Gold noch mehr als zuvor die einzig sichere Alternative. Dabei reicht es den meisten Anlegern auch nicht mehr, nur mittels Wertpapieren an der Preisentwicklung des Edelmetalls teilzuhaben. Die oft teure Auslieferung von Goldbarren und Goldmünzen wird verstärkt verlangt. So hat die Deutsche Börse zur Besicherung ihres Produkts Xetra-Gold nunmehr fast 50 Tonnen Gold in 12,5-Kilogramm-Barren in einem Tresor in Frankfurt gelagert.
Eine Unze Silber kostet nun an den Terminmärkten mehr als 21 Dollar Der Preis durchbrach damit einen wichtigen charttechnischen Widerstand. Damit steht einem weiteren Preisanstieg aus technischer Sicht kaum noch etwas entgegen.
Immer mehr Leute investieren in Gold. Das ist in meinen Augen auch sehr rational. Der Preisanstieg wird nicht ausgelöst von ökonomischen Faktoren wie Deflations- oder Inflationssorgen. Sondern er spiegelt das Misstrauen in den offiziellen Sektor wider, das immer weiter zunimmt. Die Leute verlieren das Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit der Politik.. Der zunehmende Zweifel an die konventionelle Bewertung von Aktien, Währungen et cetera treibt sie immer mehr in alternative Anlagen. Ich denke, der Goldpreis wird noch viel weiter steigen. Bei Anleihen dagegen ist das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag unattraktiv.
Selbst ein umfassendes Gutachten für die deutsche Bundesregierung kommt zu dem Schluss, dass Zukunftstechnologien im Jahre 2030 bereits 78 Prozent der gesamten Silberförderung aufsaugen werden. 2006 entfielen nur 26 Prozent zum Beispiel auf bleifreie Lote, RFID-Chips etc.! Auch wenn Prognosen über so lange Zeiträume mit großen Unsicherheiten behaftet sind, so stimmt doch die Richtung und darauf kommt es an. Die Unicredit rechnet in einer aktuellen Analyse für die kommenden 10 Jahre damit, dass die Industrienachfrage nach Silber jedes Jahr um 8 Prozent zulegen wird. Nach diesen Zahlen soll sich die Nachfrage der Industrie in den kommenden 9 Jahren nahezu verdoppeln. Auch renommierte Edelmetall-Researchhäuser kommen zu ähnlichen Prognosen.
Inflation und wie man sich davor schützt, ist ein Thema, das Anleger weltweit angesichts der massiven Liquiditätsspritzen der Notenbanken im Zuge der Finanzkrise verstärkt umtreibt. Hinzu kommen die Sorgen, dass auch Staatsanleihen mit Blick auf die ausufernde Staatsverschuldung nicht mehr so sicher sein könnten, wie man einst dachte. Das treibt viel Anleger nicht zuletzt in die als wertbeständig geltenden Edelmetalle.