Südkoreaner protestieren gegen Bitcoin-Verbot

13. Januar 2018

Bei den für Technik euphorischen Südkoreanern bildet sich Gegenwind gegen das seitens der Regierung in Betracht gezogene Handelsverbot mit Blockchains.

Bitcoin-Verbot?

Bitcoin-Verbot?

Bis Freitag unterschrieben 120.000 Einzelpersonen eine Online-Petition auf der Internetpräsenz des Präsidentenpalastes, dem allgemein so betitelten Blauen Haus, wie Reuters meldet. Die brach aufgrund des enormen Andrangs streckenweise zusammen. Das Büro von Präsident Moon Jae In versicherte hinterher, dass ein Verbot lediglich eine von einigen debattierten Vorkehrungen sei.

»Die Idee, alles zu untersagen, ist offensichtlich aus der Angst entstanden, dass bei einem Platzen der Bubble die Schuld der Regierung untergejubelt wird«, sagte Yun Chang Hyun, Ökonom an der Universität von Seoul.

Aufgrund der hohen Jugenderwerbslosigkeit in Südkorea setzen zahlreiche Heranwachsende hier auf den Handel mit Blockchains. »Belegt es mit Steuern, so hoch Ihr möchtet, doch untersagt es nicht«, schrieb ein Unterzeichner der Petition auf der Internetpräsenz des Blauen Hauses. »Mein Leben basiert darauf.« Studierende Lee Mi Kyung versicherte, sie habe mit Bitcoin-Handel umkalkuliert 14.000 Euro eingenommen – zweimal so viel, wie sie zu Beginn angelegt hatte.

Grenze zum Unterträglichen

Der Aufstand betone die Wichtigkeit von Bitcoin und Co. in Südkorea, sagte Timo Emden, Deutschland-Leiter des Online-Wertpapierbörsenhändlers DailyFX. Die Grenze zum Unerträglichen habe Präsident Moon Jae In somit auf den Prüfstand gestellt.

Südkorea ist eine der Hauptstätten des Handels mit Bitcoin & Co. Der Internetpräsenz Coinhills.com folgend laufen 15 Prozent des grenzüberschreitenden Handels über die hier befindlichen Wertpapierbörsen. Einer Analyse des südkoreanischen Arbeitsplatz-Portals Saramin folgend handeln mindestens 30 Prozent der befragten Büro-Beschäftigten mit Internet-Zahlungsmitteln.

Durchschnittlich hätten sie umkalkuliert ca. 4000 Euro in diese Assetklasse gesteckt. Fast alle gaben als Anreiz an, es sei aus ihrer Perspektive der einfachste Weg, Geld zu verdienen. Aufgrund der enormen Nachfrage kostete Bitcoin auf Bithumb, der zweitgrößten südkoreanischen Marktplattform, am Freitag umkalkuliert 18.616 Dollar. An der Luxemburger Wertpapierbörse Bitstamp lag der Kurs hingegen bei 14.013 Dollar.

Auch in weiteren Staaten zerbrechen sich die Ämter den Kopf, wie sie den bislang unreglementierten Markt für Cyber-Fremdwährungen unter Kontrolle kriegen können. Im Spätsommer 2017 untersagte die Regierung Chinasden Handel mit Blockchains. In der Folge gaben einige Wertpapierbörsen auf. Jedoch wichen zahlreiche Klienten auf Marktplattformen in weiteren Staaten oder in Hongkong aus.

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